Die große "Reise" 2. Teil...

📅 22.12.2025 

 

 😮 „Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir …“

 ... Du Leben mit all deinen

  • Herausforderungen
  • Aufgaben
  • Farben
  • Schwierigkeiten
  • Bergen
  • Umwegen
  • Kriegen
  • Schmerzen
  • Freuden
  • Unwägbarkeiten
  • Verlusten
  • Visionen
  • Mühen
  • Fragen


Viele haben uns gefragt:

 

 Seid ihr gut wieder angekommen nach eurer langen Reise?

  

Darauf können wir nur antworten: Nein. 😳

Dabei stellt sich uns die Frage: wollen wir eigentlich "wieder ankommen"? ❓

 

Das Puzzle-Teil, das wir waren und das genau ins Puzzle passte, sind wir nicht mehr.

Das Boot, das wir fuhren, haben wir verlassen.

Die neuen Aufgaben stimmen bisher nur teilweise, und das Wetter macht uns zu schaffen (vor allem Mareike).

Immerhin: wir sind EINS. Wir suchen gemeinsam ein neues "Puzzle", bauen gemeinsam ein neues "Boot". 🚣


 

Dieses Jahr sangen wir mit unserer Stadtkantorei erneut das Weihnachtsoratorium. Und immer wieder berührt mich dieser Choral ganz besonders:

„Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir?“

Das Gefühl von Staunen und Stutzen, von Unsicherheit dem Neuen gegenüber, einfach als Frage: wie soll ich dich empfangen - wie soll ich das bloß machen? Wie soll es gehen?

Und in der Altstimme das Passionsmotiv, das Seufzen: 

Im Neubeginn, in der Hoffnung, in dem Neugeborenen schon die Tiefe des gesamten Lebens impliziert, das menschliche Dilemma zwischen Freude und Leid.

Ja, so fühle ich mich verstanden: der ständige Dialog im Leben, die Dualität des Seins. Verlust und Fülle. Angst und Liebe. Lust und Leere. Kenne ich so gut. 

 

Als wir auf unserer Reise in Südfrankreich spontan auf einer Wanderung an ein Kloster kamen, begrüßte uns der Mönch vor der Tür mit offenen Augen und fragendem Blick, wollte wissen, was uns bewegt, woher wir kommen, bot uns Wasser zu trinken und seine Zeit zum Gespräch. Da dachte ich mir: ich gehe mit meiner Frage jetzt in diesen Raum und werde mit einer Antwort herauskommen. 😇

 

Wir gingen in den dunklen, grottenartigen riesigen Höhlenraum, der nur mit Kerzen beleuchtet war und eine uralte Quelle barg. 

Es war feucht und kühl, und viele Menschen schlichen durch diesen Raum, besahen sich Ikonen, Steine, Reliquien. Leises Gemurmel. 

Meine Frage war ganz kurz, eine bessere fiel mir nicht ein: „WAS NUN?“

(Später sahen wir das Wattenscheider Auto, das diese Frage wieder aufwarf: "Wat-Nu"...)

 


Mit dieser Frage saß ich da und wartete.

Und dann störten mich die Geräusche, die ein paar Menschen des Klosters verursachten, weil sie die Wachsreste zusammenkratzten, die von den Kerzen runtergetropft waren. 

Sie putzten! 

Dabei wollte ich doch eine Antwort auf meine Frage haben. 

...und dann dachte ich: Das IST die Antwort!

Putzen. 😳

Aufräumen.

Unnützes abkratzen.

Wissend, es wird wieder Dreck anfallen.

Einfach weitermachen. 

Das tun, was ansteht. 

 

„…lasset das Zagen, verbannet die Klage

Manchmal hilft es, die Gefühle einfach wegzulassen. Und einfach weiterzumachen. 

Die Antworten kommen später. 

 

Und so gehen wir einfach weiter. 

 

 

 Göttinger Stadtkantorei

 

Zurück geht eh nicht. Also nach vorne: jeden Morgen aufstehen (jobbedingt ist das ungewohnt früh.. 🤪), zur Arbeit fahren, Menschen begegnen, reagieren, schauen, Aufgaben erfüllen - und später, was sehr neu ist: Feierabend! Wie wichtig es ist, sich diese Zeit zu gestalten, mit Erbaulichem, Kreativem, Bewegung zu füllen, haben wir schnell gemerkt. Also: Singen, Wandern, Lesen, Besuche machen, Schreiben. Stadtkantorei, freiberufliche Projekte (Philipp Tastings und Reisen www.philipp-bremer.de und Mareike Singen und Freie Rede www.freieredner.com/redner/mareike-bremer ), Freunde und Familie und unser geliebtes Appenrode.

 

  

 wir können auch "chic"

 

Philipps Anstellung als Fahrer für Reha-Patienten macht ihm glücklicherweise wirklich Spaß- ich bewundere ihn, wenn er oft sehr früh (5:00!) aufsteht und im Dunkeln fremde Hausnummern suchen, Baustellen umfahren, mit unterschiedlichsten Menschen umgehen, Rushhour erdulden muss. Sinnhaftigkeit der Arbeit, Wertschätzung durch die Patienten, ein kollegiales Team und gute Organisation sind sein Gewinn. Das ist wunderbar! 🚐

Mareike ist in der Schulbegleitung konfrontiert mit dem immer noch bestehenden -wie sie findet: viel zu unflexiblen- Schulsystem, in dem es vor allem darum zu gehen scheint, sich anzupassen, nicht aufzufallen. Das führt zu seltsamen Verschiebungen: Malen ist "besser" als Rennen (was vor allem für die Jungs doof ist), Lernen ist Pflicht (und nicht natürlich begeisternd), es gibt sogar ein Bestrafungs- und Belohnungssystem. Ich komme immer total erschöpft nach Hause und habe mich extrem auf die Ferien gefreut... Spannend ist die Internationalität in der Schule, sehr gut der Austausch mit den anderen Schulbegleiterinnen und das Kind habe ich schon richtig lieb gewonnen. Der kleine Junge ist so begeisterungsfähig und seine Lache einfach herrlich. 😃

 

Wir gehen weiter, bleiben wachsam und freuen uns über das Schöne im Leben.

Zum Beispiel unsere Töchter: 

 
 
 mit Viola in Hamburg

Vanessa und Pauline haben standesamtlich geheiratet und wohnen in Köln
 

Hannah und Philipp beim Holz machen

 

 

Mareike beim Auftritt



 🌟

 

Und nun haben wir die Wintersonnenwende geschafft, die Tage werden wieder länger!

 


"Brich an, o schönes Morgenlicht, 

und lass den Himmel tagen!" 

 

 🌞

 

Wir wünschen allen ein neues Jahr mit 

Klang und Freude! 


🎵
 

Kommentare

  1. Das ist so ein schöner Text. "Was nun" und seine Auflösung, das spricht mich sehr an. Vielen Dank dafür. Und das letzte Bild ist einfach zauberhaft. Frohes Weitergehen, Erforschen, Kratzen und Entdecken!

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