Weine auf der großen Tour (5)
🍇 Weine auf der großen Tour um die Alpen 🚐
👉Teil 5: Savoyen und Jura
📅 01.-05.09.2025
🎒 Über
eine Stunde haben wir gewartet und dem steigenden Wolkenwandern über den Bergen
zugeschaut. Fasziniert von dem Schauspiel, wenn plötzlich immer wieder andere
und neue Gipfel sichtbar wurden oder sich wieder in der weißen Watte einpacken
ließen. Den Allergrößten haben sie nicht freigegeben, so blieb uns der Blick
auf den Mont Blanc verwehrt. Vom Mont du Chat aus (1490 m), hoch über dem
betörend türkisen Lac de Bourget, bietet sich aber auch ein traumhafter Blick
nach Westen, auf die sich durchs Tal schlängelnde Rhône und die davor von der
Abendsonne beschienenen Weinberge. 2000 ha Reben gibt es in den Savoyen, ein
kleines Gebiet im Vergleich zu den großen Weingegenden im Süden Frankreichs.
🍇🚐 Während die meisten Menschen bei dieser imposanten Bergregion an Skifahren oder Klettern denken, freuen wir uns über einen der schönsten Stellplätze für unseren Bulli und eine Besonderheit in der großen Weinvielfalt Frankreichs:
🍇 In dieser abgelegenen Höhenlage produzieren ein paar wenige Winzer außergewöhnliche Weine: Aus Rebsorten wie Jacquère und Roussette werden meist sehr leichte, jung zu trinkende Weißweine gekeltert. Der niedrige Alkoholgehalt, die dezente Zitrusfrucht und die frische, und doch gemäßigte Säure lassen diese Weine zu bekömmlichen Begleitern fröhlich-unbeschwerter Weinmomente werden.
Aus der im Beaujolais beheimateten Rebsorte Gamay wird ein ebenso leichter Rosé gewonnen, Mondeuse heißt die Traube für die kräftigeren Roten. Unser Winzer heißt Antoine Chevallier-Bernard, seine Eltern haben das Gut von den Großeltern übernommen und nun an die nächste Generation weitergegeben. Antoine bleibt der Tradition dieser Gegend treu und auch preislich ist er mit seinen Weinen “auf dem Teppich geblieben”, und so hat er, anders als manche Kollegen in Bordeaux oder im Burgund, keine Absatzprobleme.
Wir laden eine Kiste köstlich-leichten Jongieux und ein paar Flaschen eleganten feinperligen Crémant de Savoie in unser Auto und machen uns auf ins Jura, der letzten Station unserer "Tour de France".
🍇 Die vielleicht spannendste -auf jeden Fall umfangreichste und ungewöhnlichste! - Weinprobe erleben wir am nächsten Morgen, 9.30 Uhr in Arbois. Vorher hat die Zeit in diesem kleinen munteren Städtchen, in dem Wein und Käse um den Platz der 1. Geige ringen, gerade noch für zwei Kaffee und ein Croissant gereicht. Zum Glück, denn jetzt müssen wir stark sein. Mit vielen spannenden Infos führt uns David Pillot, Geschäftsführer der ältesten Winzergenossenschaft Frankreichs (gegründet 1906) durch sein Sortiment: Wir probieren 19 verschiedene Weine und Crémants!
...und sind begeistert: Alle Weine besitzen Charakter und zeigen die Stärke und Eigenständigkeit der Region. Nicht umsonst waren die Weine aus Arbois die ersten in Frankreich, die den Status einer kontrollierten Herkunftsbezeichnung (AOC) erhielten (1936). Wieder - der Legende nach - entstand einer der überraschendsten und charakterstärksten Weine durch ein Versehen. Ein Fass Weißwein der Rebsorte Savagnin wurde bei einem Winzer im Keller “vergessen”. Nach einigen Jahren war ein Teil des Weins verdunstet. Auf der Oberfläche bildete sich eine Hefeschicht ("Voile"), die den Wein vor dem Verderben schützt und ihm einen ganz eigenen, Sherry-Fino-artigen Geschmack verleiht. Der Vin Jaune ist die große Spezialität im Jura: 6 Jahre und drei Monate reift er in 228-Liter Barriques und bekommt in der Zeit eine konzentrierte Würze und enorme Tiefe im Geschmack.
Einige Weine und Crémants werden als Cuvée mit dem Vin Jaune kombiniert und gewinnen so Finesse und spannende Nuancen. Das kühle Höhenklima, die autochthone Rebsorte Savagnin und die sorgfältige Arbeit im Keller ermöglicht diesen so außergewöhnlichen Wein!
🎒 Nach der Probe sind wir hungrig - und treffen direkt gegenüber der Kellerei auf die Fruitiere du Plateau Arboisien, die Molkereigenossenschaft des Ortes: Hier dreht sich alles um den König der Hartkäse, den Comté. 12 Monate gereift, unglaublich lecker.
🚐 Mit einem guten Vorrat treten wir nun die Heimreise nach Deutschland an. Wir fahren durch Dauerregen, das Auto wird immer langsamer...als wollte es (wie wir) gar nicht ankommen.
🎁 Doch
wir feiern heute noch ein Geburtstagskind: Mein Winzerfreund Rudi und seine
Christine erwarten uns und wir verleben einen fröhlichen Abend im badischen
Markgräflerland.
Und dann macht er uns ein Geschenk: Rudi führt uns im Bulli zum Schlafplatz- mitten in der Steillage Feuerbach, zwischen Regent und Spätburgunder, mit Blick auf Basel, finden wir und unser Spacy eine perfekte Stelle für das, was wir in den letzten Wochen so lieb gewonnen haben:








Ihr solltet bald wieder losfahren, damit wir auch weiterhin eure spannenden Berichte lesen können! Danke dafür!
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