Weine auf der großen Tour (4)
🍇 Weine auf der großen Tour um die Alpen 🚐
👉Teil 4: "Kräuter der Provence" 😉
📅 18.08.-31.08.2025
🚐 Der Ligurerkönig Marcus Iulius Cottius baute die berühmte Straße vom Piemont durchs Susatal, über den Pass bei Montgenèvre nach Gap. Diesen Weg hatten wir uns ausgesucht, um von Osten kommend das letzte Land unserer Tour zu erreichen: Frankreich!
Dem Tal der Durance abwärts folgend, bemerken wir deren Verwandlung vom munteren Alpenbach bis zum breiten Flusslauf mit unzähligen, rundgespülten bunten Kieseln. Die Berge werden niedriger und begleiten uns bis zur Mittelmeerküste. Immer mehr Obstbäume säumen die Straße, das Alpenwasser, sorgsam verteilt, macht hier reiche Ernten möglich. Das Massif der Sainte-Beaume schützt die Weinberge nördlich davon vor allzu heißem Mittelmeerklima, so sind besonders die Nächte vom Alpenwind gekühlt. Das bedeutet für die Weine, dass mehr Fruchtaromen erhalten bleiben, die Säure und damit Frische den Wein prägt und die Alkoholgehalte niedriger sind. Der über 1000 Meter hohe Höhenzug ist nach einer riesigen Grotte (französisch "Beaume") benannt, in der nach der Überlieferung die heilige Maria Magdalena nach ihrer Flucht aus dem Heiligen Land in den letzten Jahren ihres Lebens als Einsiedlerin gelebt haben soll.
🍇 Unser
erstes Weingut ist ein 1000 Jahre altes Château im kleinen Ort Ollières, das
seit 25 Jahren von der Familie Rouy bewirtschaftet wird. Um die Ernten zu
stabilisieren, muss man sich auch manchmal gegen die Natur wehren: Ein hoher
Zaun umgibt sämtliche Weinberge, da Wildschweine sich zuvor als Gourmets
gezeigt und genau in der Nacht vor dem geplanten Lesebeginn einen ganzen
Weinberg komplett abgeerntet hatten.
Außerdem
fallen uns die Schläuche in den Rebzeilen auf, die alle Weinberge bei Bedarf
künstlich bewässern können.
Die Weine sind gradlinig, präzise, feinfruchtig und durch das beschriebene Mikroklima entsprechend elegant und frisch. 70% der Produktion entfallen auf den beliebten provencalischen Rosé, die Weißweine sind kräftiger als in Deutschland und passen zur mediterranen Küche. Die Roten sind fruchtig und auch schon jung gut zu trinken. Alle Weine sind Cuvées der typisch provencalischen Rebsorten: Grenache, Cinsault, Carignan, Syrah, Mouvèdre; Clairette und Vermentino (Rolle) und Grenache blanc für die Weißweine.
🍇 Herzlich begrüßt werden wir auf dem Château de Roquefort. Der Besitzer hat gewechselt, und wir sind überrascht und berührt vom warmherzigen Empfang der neuen Eigentümer. Respekt vor der Natur und der Leistung des Vorbesitzers und Freude und Dankbarkeit über die lange gute Kundenbeziehung: Die Weinhandlung Bremer gehört zu den ersten Kunden dieses Weingutes.
Was
wir probieren, bestätigt uns: Jeder Wein macht Lust auf mehr, bietet unbändige
Trinkfreude, jeder hat seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter, jeder
ist unverwechselbar Provence und Roquefort. We love it! Merci, Raimond!
Zum Abschied schenken uns Cedric und Violaine einen großen Korb Gemüse und Kräuter aus eigener Ernte. 😋
🚐 Nach einem Besuch im wunderschönen, allerdings übervollen Cassis wenden wir uns wieder nach Norden, und erreichen unseren geliebten Luberon. Dieser Höhenzug erstreckt sich in westöstlicher Richtung in Höhe von Avignon. An seinen Hängen finden wir die wunderbare Mischung von unberührter Natur ("Garrigue"), Lavendelfeldern, Olivenhaine, kleinen gemütlichen Steindörfern und natürlich Weinbergen, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Wie es uns scheint, fühlen sie sich hier miteinander wohl.
Auf der Südseite besuchen wir den Markt in Lourmarin, genießen
einen stillen Rosé am Bassin von Cucuron, finden einen herrlichen Schlafplatz
in der Nähe von Ansouis.
🚐 Am
nächsten Morgen weiter nach Norden genießen wir auf der Höhe, oberhalb von
Saignon, den herrlichen Blick auf den Mont Ventoux. (Hierzu mehr im Beitrag vom 26.08. "Gedanken in der Provence")
🍇 Die
Weinberge auf der Nordseite des Luberons sind wieder die etwas kühleren, die Weine deshalb
etwas markanter, mineralischer, frischer. Immer, wenn wir hier vorbeikommen,
kaufen wir eine Kiste Wein beim Château La Canorgue in Bonnieux. Wer es nicht
kennt schaue einfach den Film „Ein gutes Jahr“, der dort gedreht wurde. Als
eins der ersten Bioweingüter in der Provence produzieren Jean Pierre und seine
Tochter Nathalie Margan Weine von großer Klasse und Haltbarkeit.
🍇 Natürlich
darf auch ein Besuch in Châteauneuf-du-Pape nicht fehlen. In diesem
landschaftlich beeindruckenden, geschichtlich bedeutenden und weinkulturell
einzigartigen Ort verbindet uns eine lange Geschäftsbeziehung mit der Familie
Brotte. Als Négociant-Éléveur" werden hier Weine aus dem ganzen Rhônetal gekauft
und abgefüllt, sowie zum Beispiel auch der beliebte "Bremer - Cuvée de la famille". Von eigenen Weinbergen werden besonders ausgesuchte Spitzenweine
produziert.
🍇 Zu
Füßen der „Dentelles de Montmirail“, einer markanten, zackigen Felsformation am
Rande des Rhônetals liegen die bekannten Weindörfer Seguret, Gigondas und
Vacqueyras. Ihre Weine, auf felsigem Hängen gewachsen, besitzen besonders gute Qualität und dürfen sich als „Cru“ bezeichnen; es gibt nur wenige davon an der
südlichen Rhône. Unsere Winzerfreunde Eric und Christine Saurel gründeten 1996
ihr Weingut Montirius in Vacqueyras, und begannen als Pioniere mit dem biodynamischen Anbau.
Die Gesundheit der Pflanzen ist die Grundlage für langlebige, ausdrucksvolle
Weine.
Wie jedes Mal sind wir berührt vom freundschaftlichen Empfang, beeindruckt von der ganzheitlichen Art, wie die Philosophie hier gelebt wird, und begeistert von den Weinen: allesamt Persönlichkeiten, voller Lebendigkeit und eigenständigem Charakter.
Es ist einer der Höhepunkte unserer Reise und der Abschluss unserer Zeit in der Provence.









Wenn ich das lese, schmecke ich förmlich den Wein! Macht Lust auf Genuss, lieber Philipp. Danke, dass du uns diese Weine auf diese Art nahe bringst! Großartig!
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