Gedanken zu Zeit
🌄 Zeit- Vertreib...
📅 16.09.2025
📍 wieder in Deutschland
🧠 „Ich hab keine Zeit.“ - „Du brauchst ja lange.“
Kaum ein Wort wird so schnell mit Bedeutung versehen, mit emotionaler Bewertung, wie „Zeit“.
Und wie wichtig ist es uns
immer, im Urlaub den „Zeitstress“ rauszunehmen. Sich nicht nach der Uhr, nicht
nach Terminen zu richten.
So ging es uns natürlich auch
vor unserer großen Reise. Über Jahre hinweg hatten wir immer eigentlich zu viele
Termine, einen zu vollgepackten Zeitplan, möglichst mehrere Dinge zugleich zur
selben Zeit.
Genau dieses wollten wir bei
unserer Reise nicht.
Und dennoch: Ist es wirklich eine Frage der „Zeit“? ❓
🎒 Vor 12 Wochen sind wir aufgebrochen... war das eine lange Zeit? War sie genug?
Dass unsere Reise drei Monate
lang sein sollte, war eher aus der Luft gegriffen. Nicht zu lange, aber doch so
lange, dass es spürbar anders ist als nur ein längerer Urlaub.
„Ihr habt ja viel Zeit“ - „Ist es euch lange vorgekommen?“ - "Was habt ihr denn die ganze Zeit gemacht?" - "Wollt ihr nicht länger reisen?" Danke für eure Fragen!
Tatsächlich haben wir auf der Reise ein komplett anderes Zeitgefühl gehabt.
🧠 Hier ein paar Reflexionen:
👉 Dauer:
Die erste Woche kam uns schon
wie drei Wochen vor.
Nach einem Monat hatten wir das
Gefühl, drei Monate unterwegs zu sein.
Und wenn wir jetzt an den Anfang
unserer Reise zurückdenken, fühlt er sich an, als wäre er vor einem Jahr
gewesen.
Woran liegt das?
Dadurch, dass wir jeden Tag
woanders waren, in der Fremde waren, auf Ungewohntes und Unerwartetes gestoßen
sind, waren unsere Sinne sozusagen permanent geschärft. Wach, achtsam, offen,
neugierig.
Die Tage waren gefühlt
gefüllter, reicher, voller.
👉 Zeit am Tag:
Durch das Campen
hatten alltägliche Dinge, die sonst nebenherlaufen, ihren ganz
selbstverständlichen Platz und Raum. Abwaschen. Zähneputzen. Bett machen. Platz
suchen. Kochen.
Das, was also mehr Zeit braucht,
schenkt uns das Gefühl, mehr Zeit zu haben?
👉 Tageszeit:
Wir waren in den
drei Monaten fast ausschließlich draußen. Damit haben wir jedes Wetter, Klima
und Tageszeit hautnah erlebt.
Schlaf an frischer Luft und zu natürlicher Zeit ist so viel erquicklicher. Damit waren wir tagsüber viel wacher und aufnahmefähiger.
👉 Augenblick:
Sehr oft haben wir einfach innegehalten- nur einen Moment - , um zu überlegen, was jetzt „dran“ ist: Was soll der nächste Platz beinhalten? Was brauchen wir gerade? Passt das, was wir vorhin geplant hatten, jetzt noch? Und waren dann viel effizienter, erfolgreicher und leichter am Ziel.
Durch Anhalten der Zeit Zeit gespart?
👉 Jahreszeit:
Wir hatten einen vollen, wunderbaren Sommer. Ich könnte eigentlich immer Sommer haben. Ich liebe das Licht, die Wärme, die Sonne. Und dennoch: Der Wechsel der Jahreszeit passt jetzt auch irgendwie. Schließlich gehen wir in einen neuen Lebensabschnitt, es kommen neue Aufgaben auf uns zu, neue Tagesstruktur, neue Menschen, neue Gedanken.
So sehen wir den Wechsel der Jahreszeit als kleine Unterstützung des Universums. ☺️
🧠 Was machen wir daraus?
Natürlich ist es ein Riesenunterschied, ob man einer festen Arbeit nachgeht oder per Camper durch die Lande zieht.
Das ist uns bewusst.
Und dennoch lassen sich ein paar Aspekte sicher auch in den Arbeitsalltag übernehmen:
- Mehr Schlaf - mehr vom Tag
- Innehalten - gezielter agieren
- Achtsamkeit - Qualität statt Quantität
- Neugierig bleiben - mehr vom Leben
Heute hatte ich noch einen Gedanken zu dem
👉 Zeitgefühl:
Kennt ihr das auch, dass es euch vorkommt, als würde die
Zeit immer schneller gehen, als würden im Laufe des Lebens die Jahre schneller
vergehen?
Bei unserer Reise war es eher anders. Wie schnell gehen
im Alltag drei Monate vorbei. Diese mit der Reise gefüllten drei Monate fühlten
sich so viel länger an.
Woran mag das liegen?
Ich hab mir überlegt, dass wir im Alltag dem Gehirn
eigentlich ständig dasselbe präsentieren: dasselbe Bett, dasselbe Bad, dieselbe
Wohnung, derselbe Frühstücksplatz, dasselbe Essen, dieselben Menschen,
dieselben Wege, derselbe Arbeitsplatz usw. Würde man nun all diese Bilder auf
einen großen Tisch legen, könnte man viele davon wie Schablonen aufeinander
legen und - schwupps! - passen auf den Tisch mehrere Wochen.
Nur die ungewöhnlichen, besonderen, andersartigen Bilder
füllen dann langsam den Tisch aus.
Mit den vielen Eindrücken auf unserer Reise haben wir
viele „Tische“ belegt.
Wenn wir nun also eine Verlangsamung der Zeit, ein
erfülltes Zeitgefühl haben wollen, geben wir doch unserem Gehirn viele
unterschiedliche Bilder: einen wechselnden Platz zum Essen, einen anderen Weg
zur Arbeit, immer mal die Möbel umstellen, neue Rezepte, andere Lieder.
Wir werden es ausprobieren.
Fragt uns gerne, wie es uns damit geht. 😀
Oder probiert es selbst auch aus und berichtet!









Das ist ja ein schönes Thema, das ihr euch da heraus gesucht habt. Ich mag ja eure philosophischen Überlegungen. Ihr seid ein echter Stein des Anstoßes 🥰, gebt uns Impulse zum Nachdenken. Vielen Dank dafür!
AntwortenLöschenUnd noch etwas. Wenn ich mich richtig erinnere, dann hieß einer eurer ersten Posts Aus- Zeit. (Ich meine Slowenien, kann mich aber auch irren). Ist auch ein spannender Begriff zu dem Thema, auf die ganze Reise bezogen scheint ihr eher eine An- Zeit gehabt zu haben. 😄
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