Gedanken über Berge

🌄 Berge, Felsen, Steine, Sand... 

📅 09.09.2025 

📍 auf der Reise gesammelt   

🧠 Rauf und runter, trüb und munter...


🎒 Als unser Traum entstand, eine längere Reise durch Europa zu machen und dabei als erstes die Länder Ungarn, Österreich, Italien auftauchten, war zumindest mir nicht bewusst, dass das ein Reise rund um die Alpen sein würde.

Bei der genaueren Planung fiel es uns dann auf, und so wurden auf der ganzen Reise die Alpen unser ständiger Begleiter, mal mehr mal weniger präsent.

Gleichzeitig hatten wir das Gefühl, in unserem Leben, besonders in den letzten Jahren, sehr viele „Bergwanderungen“ im übertragenen Sinne geleistet zu haben: große Anstrengungen, viel Mühe, Schweiß, Muskelkater, Unwetter, Schürfwunden, Nebel, Umwege… sehr sehr lange hat uns daher auf dieser Reise ein Erholungsbedürfnis begleitet: Durchatmen, Zeit haben, Sich-Füllen. Es hat über sechs Wochen gedauert, bis die nächtlichen Albträume aufhörten.

Geholfen hat uns dabei auch der körperliche Abstand. Und da dienten uns die Alpen als gewisser Abstandhalter. ✋

 

🎒 Während unserer Reise machten wir viele Wanderungen, besonders gerne Berge rauf und runter. Man kann sich dabei so gut selbst spüren. Es tat gut, die eigene Vitalität wahrzunehmen. Nach einem schweißtreibenden Wandertag abends in einen eiskalten Fluss zu steigen- absolut herrlich!

Unsere besten Gespräche und Gedankensprünge hatten wir beim Wandern.🔍 Es kommt einfach was in Bewegung.

 

🎒 Wandern in den Bergen wird häufig als Sinnbild für das Leben genutzt.

👉 Wie bin ich unterwegs? Geht es mir mehr ums Ankommen oder ums Laufen?

👉 Wie reagiere ich darauf, wenn der Weg anders ist als erwartet?

👉 Mache ich die Pause, wenn ich sie brauche?

👉 Manche Wege erfordern absolute Aufmerksamkeit; bei jedem Schritt und für den Rundumblick muss ich innehalten, stehen bleiben.

👉 Viele Wege erkennen wir erst, indem wir sie gehen. Bestimmte Besonderheiten im Berg sehen wir erst nach der Wanderung in der Rückschau. Bevor wir sie nicht begangen hatten, konnten wir sie gar nicht sehen. 😳

👉 Perspektivenwechsel sind nur möglich, indem man weitergeht.

👉 Berge machen Umwege notwendig.

👉 Berge zu besteigen, ermöglicht eine weitere Sicht.

👉 Im Angesicht der Berge werde ich ganz klein. Und meine Themen und Probleme auch.


🎒 Berge machen alles spürbarer: Kühle, Hitze, Erfrischung durch Quellwasser, Nebel und Wolken, Geräusche, Gerüche, Tag und Nacht.

 

🎒 Zwei persönliche Erlebnisse haben mir geradezu den Atem verschlagen. Den Begriff „atemberaubend“ habe ich selten so gut verstanden... Einmal auf dem Colle della Gianna, als- für uns plötzlich und völlig unerwartet- der Monviso (3.841m) vor uns auftauchte, und einmal im Anblick der von der Abendsonne beschienenen Klippen der Savoyen:

Colle della Gianna,
angekommen auf 2.516- und es gibt immer Höheres: Monviso 3.841 z.B.

Abendsonne in den Savoyen
zwischen zwei Regengüssen



🎒 Was berührt mich beim Anblick der Berge so sehr? Ich glaube, es ist dies:

Der Berg hat schon viel „gesehen“. Er ist ein Symbol der Verlässlichkeit. Stabilität. Konstanz. In Zeiten von Unruhe, Unsicherheit, Spaltung, Angst.

Er lässt sich so schnell nicht unterkriegen.

Und: jeder Berg hat seine typische Form, Figuration, Geologie, Farbe, Kraft, Bewuchs und Duft. Wenn ich mich mit einem Berg länger beschäftige- ihn besteige, anschaue, auf mich wirken lasse- dann entwickele ich eine Beziehung zu ihm, und er wird immer schöner.

 

Grenzen überwinden...
...und entdecken

Leben feiern



Und dann:

Felsen und Steine.

In jedem Stein findet sich das alles als Mikrokosmos wieder. Dazu kommt seine Geschichte: wo ist er her, was hat er alles erlebt, wieviel Wasser ist wann über ihn geflossen, welche Erdschichten haben ihn gepresst, wer ist schon über ihn gelaufen, gestolpert, hat sich Schutz bei ihm gesucht?

 

Pellice, Italien

Trzic, Slowenien

Sand.

Feinst gemahlene Steine. Geschmeidig geworden. Anpassungsfähig. Geradezu liebevoll zu nackten Füßen. Formbar und eigenwillig. Will sich verbreiten: in Schuhe, Taschen, Ohren… 😉


Pesaro, Adria


Also, ich glaube, ich liebe jede Form und Größe von "Stein".
Und dann noch die Auswirkungen auf die darauf gewachsenen Weine.... 💓
mehr dazu in unseren Beiträgen zu "Weine auf der großen Tour rund um die Alpen"



🌲 Nachsatz: die Kiefer!

Wie die aufmerksamen Blog-Leser*innen bemerkt haben, mag ich es, mir zu den Bäumen Charaktere zu überlegen... hier:

Die Kiefer ist die Partymaus unter den Bäumen! Findet ihr nicht auch? Sie putzt sich heraus, hält sich aufrecht, duftet und genießt es, in Gesellschaft zu sein!



Diese hier ist etwas älter und eher die "Grande Dame".
Sie weiß, was sich gehört, und trägt wahrscheinlich eine Handtasche von Louis Vuitton! 😂




Bis bald!
😀





Kommentare

  1. Wenn ich das lese, sehe ich euch die Berge genießen! Was für ein tiefgehender Artikel, wunderschön. Und die kiefer mit Louis Vuitton- Tasche, herrlich!

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