Weine auf der großen Tour rund um die Alpen (3)
🍇 Weine auf der großen Tour um die Alpen 🚐
👉Teil 3: Streiflichter aus Italiens Weinbauregionen
📅 25.07.-14.08.2025
Auf
unserer Reise sind wir nun bald drei Wochen in Italien unterwegs, meist
nördlich, die Toskana war der südliche Wendepunkt unserer Tour. Natürlich hat Italien weit mehr zu bieten, als wir gesehen haben, deshalb sind es "Streiflichter" und - wir wollen ja auch nochmal wiederkommen!
Mehr als zwei Nächte waren wir in keiner Region, haben also viel Unterschiedliches gesehen.
Was war überall gleich? Da ich von Freunden von den strengen Geschwindigkeitskontrollen gehört hatte, hielt ich mich an die Regeln- und war damit ein ständiges Verkehrshindernis: Wie oft fuhr ich rechts ran, um die ungeduldig schiebende Schlange flotter Italiener vorbeisausen zu lassen!😉
Also: Eile mit Weine, äh - Weile: Vom
norditalienischen Friaul fahren wir nach Westen, die mächtigen Berge der Alpen
im Norden ständig im Blick. An Wasser fehlt es nicht in dieser Gegend. Große
grüne Flüsse führen viel Wasser von den Bergen durch die Ebene und machen
ertragsstarken Ackerbau (auch Weinbau) möglich. „Venetien, der Weinsee
Italiens!“ Auch der Himmel gibt seinen Teil noch dazu, wir erleben, zumindest
in diesem Sommer, zahlreiche Gewitter mit heftigen Regenfällen. Entsprechend
sieht dann auch die Landschaft aus: Alles in sattem Grün. Und in den Weinbergen
hängen viele dicke Trauben. Viel ist nicht gleich gut, deshalb fahren wir in
die Hügel Richtung Norden: durch Valdobbiadene nach Asolo, das Herz des
Prosecco- Anbaus. Hier bringt die Glera-Traube die schönsten Frizzante und Spumante:
Wunderbar leichte, spritzige, feinfruchtige und elegante Weine,
die vom vulkanischen Boden noch eine Spur Mineralität mitbekommen. Anders als
bei den vielen Großkellereien in der flachen Ebene, die die ganze Welt mit den
beliebten Schäumern versorgen, schlägt im Hause Bedin seit Generationen das
Familienherz für die Heimat. Mit Liebe, Sorgfalt und unternehmerischem Geschick
wurde die Firma aufgebaut und entwickelt. Wir werden herzlich von Benedetta
Bedin empfangen, sehen einen gut organisierten, großen Betrieb, erleben eine fachlich sehr überzeugende Probe in gastlichem Ambiente und sind sehr
froh über diese Partnerschaft!
Mehr als zwei Nächte waren wir in keiner Region, haben also viel Unterschiedliches gesehen.
Was war überall gleich? Da ich von Freunden von den strengen Geschwindigkeitskontrollen gehört hatte, hielt ich mich an die Regeln- und war damit ein ständiges Verkehrshindernis: Wie oft fuhr ich rechts ran, um die ungeduldig schiebende Schlange flotter Italiener vorbeisausen zu lassen!😉
Bei Verona, in den Hügeln vor der Toren der Stadt, liegt Valpolicella. Der kleine Ort gibt dem berühmten Amarone delle Valpolicella seinen Namen. Dieser Wein entstand eigentlich durch ein Versehen: Nach Art des Vin Santo in der Toskana trocknete man die Trauben, um dann aus dem konzentrierten Saft einen köstlichen Süßwein zu keltern. Recioto heißt er in dieser Gegend. Vergären die Hefen jedoch den gesamten Zucker, ist die Süße weg, und ein kräftiger, alkoholreicher Rotwein entsteht. Über Jahre im Holzfass und Flasche gelagert, gewinnt er an Charakter und Finesse, und gehört zu den besten Rotweinen Italiens. Lorenzo Tedeschi war 1964 der erste, der den Charakter einzelner Lagen erkannte und im Keller herausarbeitete: Die „Cru“ des Amarone waren geboren, und der „Monte Olmi“ ist einer der berühmtesten unter ihnen.
Wir sind sehr froh über die lange Verbindung zum Hause Tedeschi, Bremer gehört zu den ersten Kunden des Weinguts in Deutschland, und wie gerne pflegen wir diese Beziehung! Riccardo Tedeschi, der das Gut mit seinen beiden Schwestern in der nächsten Generation bewirtschaftet, empfängt uns, zeigt uns den imposanten Holzfasskeller und die Schatzkammer, in der viele alte Jahrgänge lagern. (Einmalige Erfahrung: Wir probierten bis zum Jahrgang 1998 zurück!!) Bis zum Jahr 2000 zurück sind einzelne Flaschen hochwertiger Amarone sogar noch erhältlich! Und die Tradition wird auch weitergeschrieben: Neue Weinberge (La Fabriseria und Maternigo) werden kultiviert, auch wieder leichtere Rotweine nach alter Tradition produziert (Nicalo), und inzwischen ist ein spannender Weißwein (Gary) zusätzlich im Sortiment. Das „Geheimnis“ der Finesse der Valpolicella-Weine erleben wir, als Riccardo uns und unseren Bulli zum heutigen Schlafplatz führt. Hoch oben über der Ebene, in ca. 500 Metern Höhe, liegen die besten Weinberge, und wir genießen einen phantastischem Blick und ein stetiges, kühlendes Lüftchen. Die Reben profitieren von diesem Wind, der durch die südwärts gerichteten Täler kühle Alpenluft herabweht: So entstehen Weine, die ihre Kraft und Fülle mit einer lebendigen, frischen Säure ausbalancieren! So wichtig sind für uns diese Erfahrungen vor Ort, um die Weine wirklich zu verstehen!
Unsere Fahrt geht weiter zum Gardasee, dann wieder nach Süden durch die Emilia Romagna bis nach Pesaro in den Marken, zum adriatischen Meer. Reben sind immer unsere Begleiter, und Wein gehört zum täglichen Leben hier offenbar dazu. Oft sind es sehr leichte, perlende Weiße und knackig-herbe, leichte Rotweine, über die nicht viel gesprochen, auf die aber auch nie verzichtet wird.
In der Toskana spielt der Wein dann wieder die erste Geige, eine reiche Gegend mit mächtigen Städten wie Florenz und Siena, und mit einer der weltweit berühmtesten Weinregion, dem Chianti: Wo die Berge am höchsten und die Natur am wildesten ist, heißt die Region „Chianti Classico“, das Herz der Toskana. Wir besuchen das Weingut mit den höchsten Weinbergen. Höher als 700m dürfen die Weinberge für den Classico nicht liegen, so sagt es das Gesetz. Mit dem Klimawandel ändern sich die Bedingungen, heute gilt: je Höher, desto kühler, desto feiner die Weine! Typisch für die Toskana liegt das kleine Steindorf Volpaia, ein Ortsteil von Radda, ganz oben auf dem Hügel. Viele der alten Häuser und verwinkelten Keller dienen dem Weingut, um die Produktion dort unterzubringen.
Wir erinnern uns an Valpolicella, denn auch hier bringen die Nächte willkommene Abkühlung nach heißen Tagen, so wichtig für die Reben und einen feinen, eleganten Wein! Castello di Volpaia gehört zu den berühmtesten Gütern der Region, und die Weine schmecken uns phantastisch!🍷
Auf Montepulciano und Montalcino mit seinem edlen Brunello verzichten wir diesmal, wenden uns nach Westen Richtung Meer und kommen durch die flachere, heiße Maremma, wo wir den kühlenden Wind vermissen. Weiter nach Norden kommen wir wieder ins Gebirge, "Cinque Terre" heißen fünf einmalig schöne, kleine Fischerdörfer am ligurischen Meer, die jeden Quadratmeter zwischen Meer und den steilen Hängen für abenteuerlichen Hausbau nutzen. An den heißen Steilhängen wachsen Wein und Oliven, sämtliche Arbeiten müssen von Hand und zu Fuß erledigt werden - ein unglaublicher Aufwand.
Mitte August ist Hauptsaison, Touristen überschwemmen die Gegend. Wir besuchen noch das großartige Genua, fliehen dann ins Hinterland und erreichen am Folgetag das Piemont.
Auch hier spielen Berge eine wichtige Rolle: eine riesige Tiefebene
wird von Bergen umgeben, der höchste mit über 3.800 Metern ist der Monviso in
den Cottischen Alpen.
Monferrato und Asti sind unsere ersten Stationen: In Serralunga di Crea finden wir das Weltkulturerbe-Kloster mit 23 Kapellen, hunderte Figuren aus Gips zeigen eindrucksvoll das Leben von Jesus und der Heiligen Maria.
Gestärkt vom exquisiten Mittagessen im Klosterrestaurant machen wir uns auf zur Weinprobe bei der Tenuta Tenaglia: Eine abwechslungsreiche Vielfalt schmackhafter, trinkfreudiger Weine mit mehreren kraftvoller Barbera-Weine als Höhepunkt. Die Entdeckung ist für uns der Grignolino, ein heller, frischer, fruchtig-herber Rotwein, der gerne kühl getrunken wird und uns schon zum Mittagessen gut geschmeckt hat.
Alba, die Wein-Hauptstadt des Piemonts, ist auch die Stadt der Trüffel und der Haselnüsse. Die Familie Ferrero erfand hier die berühmte Nussnougatcrème. Zum Glück ist auch Barolo nicht weit, aus den Weinbergen rund um den kleinen Ort kommt der berühmteste Wein dieser Gegend.
Monferrato und Asti sind unsere ersten Stationen: In Serralunga di Crea finden wir das Weltkulturerbe-Kloster mit 23 Kapellen, hunderte Figuren aus Gips zeigen eindrucksvoll das Leben von Jesus und der Heiligen Maria.
Gestärkt vom exquisiten Mittagessen im Klosterrestaurant machen wir uns auf zur Weinprobe bei der Tenuta Tenaglia: Eine abwechslungsreiche Vielfalt schmackhafter, trinkfreudiger Weine mit mehreren kraftvoller Barbera-Weine als Höhepunkt. Die Entdeckung ist für uns der Grignolino, ein heller, frischer, fruchtig-herber Rotwein, der gerne kühl getrunken wird und uns schon zum Mittagessen gut geschmeckt hat.
Alba, die Wein-Hauptstadt des Piemonts, ist auch die Stadt der Trüffel und der Haselnüsse. Die Familie Ferrero erfand hier die berühmte Nussnougatcrème. Zum Glück ist auch Barolo nicht weit, aus den Weinbergen rund um den kleinen Ort kommt der berühmteste Wein dieser Gegend.
Die
Beschreibungen wären einen eigenen Post wert, deshalb nur kurz: Wir haben
großes Glück und treffen Virna Borgogno, die ihr eigenes Weingut seit 1990 vom
Vater Ludovico übernommen hat. Die Probe lässt uns innerlich jubeln vor
Begeisterung, so großartig die Weine, so erkenntnisreich für uns die
Erläuterungen der Winzerin. Eine
unvergessliche Sternstunde!💓
Im Valle de Pellice, einem der Waldensertälern zu Füßen des Montviso, machen wir einige Tage Rast und erwandern eine herrliche Bergwelt, bevor es dann weitergeht nach Frankreich, was von hier aus über einen Bergpass zu Fuß erreichbar wäre.
Prosecco Valdobbiadene DOCG
Prosecco Bedin
Einfach lecker!
Valpolicella - Fabriseria
Amarone "Monte Olmi"
Chianti classico
Castello di Volpaia
Cinque Terre
Barolo - bald reif
Barolo - Virna
Barolo - Ort und Weinberge
Quellwasser - schmeckt auch gut!
Vom täglichen Begleiter vieler schöner Momente bis zum einzigartigen Spitzenwein - Italien bietet alles für den Wein- und Menschenfreund. Was für ein Erlebnis, Eigenheiten und Unterschiede, auch Übereinstimmungen und Entsprechungen zu entdecken. Wir sind so dankbar, dass wir diese Reise machen dürfen!












Eile mit Weine 🫠🥰. So nett. Und sprechend, den der Artikel strahlt eine besondere Ruhe und Wertschätzung für die Regionen Italiens aus. Und dazu diese Bilder 🫠
AntwortenLöschenDanke dafür!