Gedanken über Grenzen

🌄 Grenzen und ihre Übergänge...

📅 05.08.2025 

📍 gerade in Italien 


🧠

Grenzen und Grenzerfahrungen

In den sechs Wochen unserer Reise haben wir bisher wohl 16 x eine Landesgrenze überschritten.

An manchen wurden wir mehrfach kontrolliert, inklusive Autoinspektion und Ausweiskontrolle. Manche waren völlig unscheinbar, kaum mit einem Schild zu erkennen.

Mit der Übung kommt eine Routine, und die Spannung lässt nach. Ich denke mir: es wäre gut, wenn wir Menschen, wenn jeder Mensch regelmäßig seine Landesgrenze überschreitet. Es macht mich aufmerksamer, achtsamer, interessiert und demütig.

Was beschäftigt die Menschen hier?

Wie leben sie?

Welche Sprache, welche Sprachen sprechen sie?

Wie wird man als Ausländer, Reisende empfangen?

Meine eigene Grenze: die Sprache. In den meisten Ländern, in denen wir jetzt waren (Tschechien, Ungarn, Kroatien, Slowenien, sogar Italien), waren wir darauf angewiesen, dass die Menschen bereit und fähig waren, über eine dritte Sprache mit uns zu kommunizieren.

Dankbar, wenn das funktioniert. 😅

 

Und die Sprache, die politische Situation, die von Menschen gemachte Geschichte sind oft das einzige, was Länder tatsächlich trennt. Denn die Natur kennt diese Grenzen nicht. Die Vögel fliegen drüber, die Flüsse fließen durch, die Berge sind dieselben…

 

Meine eigenen Grenzen

Als wir in einer Gegend, die sehr zersiedelt war und wenig Schlupfwinkel für wild Campen bot, dann auch noch recht spät unterwegs waren- es dämmerte schon, und Hunger hatten wir auch- kamen wir an einen Platz, dessen Grund wir nicht mehr richtig abschätzen konnten. Da war es geschehen: wir blieben mit unserem SpaceCamper in der morastigen Wiese stecken. Die Räder drehten durch. Es wurde dunkel. In den 45 Minuten, die wir brauchten, um mit Holz aus dem Wald, Fußmatten, Steinen, Spaten und diversen Manövern unseren Camper wieder aus der Tiefe zu holen, wurde mir die Schwere und Masse unseres Bullis bewusst. Wie gerne hätte ich die Kraft gehabt, ihn einfach da rauszuschieben. Mareike gegen 3.000 kg, Schwerkraft und klebrigen Lehm…

 

Grenzen auf der Reise

Eine Erfahrung, die uns ein weiteres Mal das Ausgeliefertsein in der Natur vor Augen geführt hat: Gewitter. Noch nie in unserem Leben hatten wir ein so ausgiebiges, ununterbrochenes, vielseitiges und in allen Tönen und Facetten spielendes Gewitter erlebt wie in der Ebene von Udine- ausgerechnet kurz nach der Erfahrung mit dem Steckenbleiben. Über 5 Stunden durchgehend, dazu Starkregen, so dass wir irgendwann rausgingen, um die Sicherheit des Bodens festzustellen, und klatschnass wieder ins Auto krochen. Irgendwann gegen 6:00 morgens verzog sich das Gewitter und wir schliefen erschöpft ein.

Nur wenige Stunden später trockneten wir Auto, nassgeschwitzte Decken und Tücher auf einem Parkplatz und erholten unsere erschütterten Gemüter.

Dankbarkeit für das tolle Auto, das gute Team, das wir sind, und den Wechsel des Wetters. Mit Kindern im Zelt hätte das ganz anders ausgesehen…

😅

Anders, ebenso begrenzend, war eine Erfahrung, ohne Internet- und damit Landkarte- unterwegs zu sein. In Bosnien, durch das wir nur durchfahren wollten, um den Weg abzukürzen, hätten wir für 60,-€ einen Wochenpass kaufen sollen (wie das dann online gehen soll ohne Internet, ist eine andere Frage...). So war unsere Landkarte plötzlich ein weißes Feld! Wir machten das Beste daraus, fuhren irgendwo einen Berg hinauf, kochten uns Reis und fuhren am nächsten Tag zurück... 

😅

Kleines Extra: Kranksein.

Auch nicht toll. Nie. Im Urlaub auch nicht. Und auf Reisen weit weg von Arzt, Apotheken etc. erst recht nicht. Augen zu, Ibuprofen, Geduld, Taschentücher und weiter.


🌱 Was ich daraus mitnehme

Alle Erfahrungen stärken uns im VERTRAUEN.

Es geht immer weiter, gibt eine Lösung. Grenzen sind zum Lernen da...

Vertrauen 😊


das Weiße ist Bosnien

einer der kleinsten Staaten der Welt
...man beachte das dazugehörende Warnschild 😂



Hier schliefen wir sozusagen AUF der Grenze zwischen Slowenien und Italien. Traumhaft schön.


Gehen
wiR
immEr
Neuen
Zielen
Entgegen!
😀



P.S.: Gerade befinden wir uns auf einer natürlichen Grenze im Innenland Italiens: das Gebirge zwischen Rimini und Florenz sozusagen. Einen Naturpark nutzten wir zum Verschnaufen, Wandern (da kommen die besten Gedanken), Wäsche waschen und Zeit und Auto (stehen) lassen.
Morgen geht´s weiter in die Toskana.





Kommentare

  1. Sehr berührend. Ja, so eine Reise ist in jeder Hinsicht eine GRENZerfahrung und schön, wenn ihr es nicht als GRENZwertig erlebt! Viel Spaß weiterhin

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  2. Hi ihr beiden !!
    Coole Texte !
    Danke für eure Er-Fahr-ungen und, dass ihr sie offensichtlich bewusst erlebt und euer bewusstes Erleben teilt!

    Gottes reichen Segen für euch

    eure Ralf und Ruth

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