Gedanken in der Provence

🌄 Zu Hause in der Provence 

📅 26.08.2025 

📍 auf dem Mont Ventoux  

🧠 Lavendel, Thymian und Melonen...


🌞 Mit 19 Jahren haben Philipp und ich angefangen, gemeinsam Urlaub zu machen: an der Ostsee (Rügen), Nordsee (Spiekeroog, Wangerooge, Juist), in den Vogesen (Wandern), auf Kreta (mit Rucksack und Zelt), am Atlantik (Fahrradtour). 

Auch die Provence war eins unserer Reiseziele, und es sollte das werden, das wir später immer wieder aufsuchten: vor der Hochzeit zu zweit, Philipp als Praktikant, wir verheiratet und schwanger, mit kleinen Kindern- ob auf Campingplätzen, in Ferienwohnungen, zu Besuch. Auch als Pauline in Lyon lebte, nutzten wir das vielfach für einen Abstecher hierher. 


Was uns neben dem Licht und der Sonne herlockte, waren zwei Hauptsinne: Riechen und Schmecken! 

 

🎒 Jetzt, nachdem wir viele Länder bereist haben, offenen Sinnes, offenen Herzens und mit offenen Gemütern durch Europa gereist sind, viel Fremdes, Neues, Überraschendes erfahren haben, sind wir "überrascht" von unserem Heimatgefühl hier. 😅

Auch von der Freundlichkeit. Kaum, dass wir über die Grenze gefahren sind, erleben wir Freundlichkeit: kein Drängeln auf der Straße, man grüßt sich beim Wandern, man entschuldigt sich, wenn man jemand im Wege steht, man lächelt! All dieses war- ganz ehrlich- in den drei Wochen Italien eher eine Ausnahme. 😊

Unkompliziertes Finden von Plätzen in Tschechien, wunderschöne Natur in Slowenien und Kroatien, kulinarische Köstlichkeiten in Italien und Wanderwege in Österreich- alles findet sich hier in der Provence. Und zwar in unserem Lieblingsteil der Provence: dem Luberon. Wilde Natur, Eichenwälder, schroffe Bergwelt, Lavendelfelder, Wochenmärkte mit Ständen von Produzenten, helles Licht, frische Quellen. 🍇

Gerade haben wir in Saignon am Brunnen unsere Wasservorräte 💦komplett aufgefüllt. 

Das Picknick im schattigen Eichenwald mit Melonen, Oliven, Fenchelsalami, Ziegenkäse, Tapenade, Tomaten, Baguette und Rosé. Die Vorbeifahrenden winken. 



 

In den 30 Jahren, die wir nun also schon nach Frankreich fahren, hat sich natürlich auch viel getan. Vieles ist professioneller, teurer, touristischer. Dafür gibt es eben jetzt auch Spielplätze für Kinder, Picknickplätze für Familien, Mülltrennung!  Auch Outdoor-Aktivitäten wie Fahrradfahren und Wandern sind hier aufgegriffen worden, und man findet gute Bezeichnungen für tolle Wege.


Mülltrennung überall


 

Auf unserer Reise erleben wir hier vieles Bekannte neu, und es wird uns Neues bekannt.

Diese Art von „Heimatgefühl“ lässt uns noch mal mehr zur Ruhe kommen, was jetzt am Ende der Reise wichtig ist und sehr gut tut.

Noch bei der Weinlese mitzumachen, hat jetzt nicht geklappt. Wir merken aber auch, dass wir die Zeit noch brauchen, um alles Erlebte zu verarbeiten und alles Verarbeitete zu erleben. 😉


im Eichenwald bei Gordes

 

🌟 Ein Highlight: die Fahrt auf den Mont Ventoux. Bisher waren wir relativ flüchtig auf diesen Berg gefahren. 1910 m Höhe, eine Mondlandschaft, meist extrem windig und mit einem unglaublichen Panorama.

Dieses Mal haben wir uns mehr Zeit genommen, sind über diese ungewöhnliche Karstlandschaft gelaufen, haben Berge, an denen wir bisher gewandert waren, Gegenden, in denen wir gestanden haben, von Ferne entdeckt. So viel Beziehung zu diesen Orten! Wunder im Großen und im Kleinen: was für ein riesiger Berg hier mitten in der Landschaft. Was für ein winziges Blümchen zwischen kantigen Steinen.

Zur Nacht fanden wir einen schönen Platz auf halber Höhe des Berges. Um 5:00 Uhr in der Früh wachte ich auf und war überwältigt von dem Sternenhimmel über uns, den ich so noch nie gesehen habe. Unbekannte Sternenbilder, die Milchstraße, dazu diese Stille!

Wir beschlossen spontan, wieder auf den Berg zu fahren, um die Sonne zu begrüßen.

Mit einigen wenigen anderen, die meisten in Decken gehüllt, bestaunen wir morgens um 6:00 den rosafarbenen Himmel, die vielen, uns zu Fuße liegenden Bergketten… da sind die Alpen! … und dann die keck aufgehende orangefarbene Sonne.

Als wir um 8:00 Uhr den Berg wieder hinabfuhren, kamen uns unzählige Fahrradfahrer entgegen. Also offenbar der Tipp für Radler, wer möchte. 


Sonnenaufgang am Mont Ventoux
gelber Mohn in hohen Höhen


 

🌞Wir senden Licht und Weite! 🌞






Wir wissen zwar noch nicht, wann wir hier abfahren. Aber wir wissen, dass wir wiederkommen werden. 

Salut et a la vôtre ! 


🌲 Nachsatz: die Zeder!

Über diesen Baum könnte ich mich ömmeln: wie aus der Zeit gefallen, steht die Zeder hier so rum, als fragte sie, was sie hier soll und was das hier alles bedeute und was alle hier so hektisch rumdüsen... ein bisschen hilflos wirkt sie, weiß nicht so recht, wohin mit ihren Tentakeln...einfach wunderbar.
...ich kann sie verstehen...






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